Besenreiser – nur ein kosmetisches Problem oder Warnsignal?
Besenreiser: Nur Kosmetik oder Warnsignal? Erfahre die wahren Ursachen, wann du handeln solltest und wie du deine Venen schützt.

Auf dieser Seite
- Auf einen Blick
- Was sind Besenreiser eigentlich?
- Symptome: Sind Besenreiser mehr als nur ein optisches Problem?
- Unterschied zwischen Besenreisern und Krampfadern
- Ursachen von Besenreisern: Warum entstehen sie?
- Wie wird die Diagnose gestellt?
- Folgen, wenn Besenreiser unbehandelt bleiben
- Behandlungsmöglichkeiten bei Besenreisern
- Hausmittel und Alltagstipps zur Unterstützung der Venengesundheit
- So kannst du Besenreiser vorbeugen
- Die größten Mythen über Besenreiser
- Häufige Fragen zu Besenreisern (FAQ)
- Fazit
- Dein nächster Schritt
- Haftungsausschluss
Viele Menschen nehmen kleine, bläulich-rote Äderchen an den Beinen oft als reinen Schönheitsfehler wahr. Sie erscheinen wie ein feines, netzartiges Gefäßmuster direkt unter der Haut. Doch steckt wirklich nur ein kosmetisches Thema dahinter – oder sind Besenreiser mehr als das?
Interessanter Fakt: Rund 80 % aller Erwachsenen in Deutschland leiden unter Venenproblemen. Du bist also nicht allein! Und das Beste daran: Mit der richtigen Vorsorge und Behandlung kannst du deine Venengesundheit aktiv stärken und Folgeschäden vermeiden.
Auf einen Blick
- Rund 80 % aller Erwachsenen in Deutschland leiden unter Venenproblemen – Besenreiser sind eine der häufigsten Erscheinungsformen.
- Besenreiser sind erweiterte Kapillaren direkt unter der Haut und gelten als frühe Form einer chronischen Venenschwäche.
- Typische Beschwerden sind schwere Beine, Juckreiz, Spannungsgefühl und leichte Schmerzen entlang der betroffenen Venen.
- Unbehandelt können sich Besenreiser zu Krampfadern und chronischer Veneninsuffizienz (CVI) entwickeln – bis hin zum offenen Bein (Ulcus cruris).
- Behandlungsoptionen umfassen Sklerotherapie, Lasertherapie und Radiofrequenztherapie; die Krankenkasse übernimmt die Kosten meist nur bei medizinischer Notwendigkeit.
- Genetik, Hormone, Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht sind die wichtigsten Risikofaktoren für Besenreiser.
Was sind Besenreiser eigentlich?
Besenreiser sind kleine, erweiterte Kapillaren und Venen, die direkt unter der Hautoberfläche sichtbar werden. Sie gehören zur Gruppe der oberflächlichen Venenerkrankungen und gelten als frühe Form einer chronischen Venenschwäche. Manchmal sind sie lediglich ein optisches Phänomen. Doch in vielen Fällen signalisieren sie, dass die Venenfunktion beeinträchtigt ist.
Sie entstehen meist an den Beinen, können aber auch an anderen Körperstellen wie dem Gesicht oder den Armen auftreten. Die feinen bläulich-roten Verästelungen wirken oft störend, vor allem aus ästhetischer Sicht. Dennoch sollten sie nicht einfach ignoriert werden.
Symptome: Sind Besenreiser mehr als nur ein optisches Problem?
Nicht jeder, der Besenreiser hat, spürt körperliche Beschwerden. Doch bei vielen Betroffenen sind folgende Symptome präsent:
- Ein Gefühl von schweren, müden oder brennenden Beinen, vor allem nach längerem Stehen oder Sitzen.
- Juckreiz oder Kribbeln an der betroffenen Hautstelle.
- Ein unangenehmes Spannungs- oder Druckgefühl in den Beinen.
- Hin und wieder leichte Schmerzen entlang der erweiterten Venen.
Diese Beschwerden entstehen, wenn die Funktion der Venenklappen gestört ist und das Blut nicht richtig zurückfließt. Das kann zu einer Überlastung der kleinen Gefäße führen. Mehr über schwere Beine und ihre Ursachen erfährst du in unserem ausführlichen Ratgeber.
Unterschied zwischen Besenreisern und Krampfadern
Viele Menschen verwechseln Besenreiser mit Krampfadern. Dabei gibt es grundlegende Unterschiede:
| Merkmal | Besenreiser | Krampfadern |
|---|---|---|
| Größe und Lage | Sehr klein, oberflächlich | Größer, meist tiefer |
| Aussehen | Blau-rot, netzartig sichtbar | Dick, geschlängelt |
| Medizinische Relevanz | Meist kosmetisch, kaum Beschwerden | Medizinisch relevant, oft schmerzhaft |
| Symptome | Leichte oder keine | Häufig Schmerzen, Schwellungen |
| Mögliche Komplikationen | Selten | Ja, z. B. Hautveränderungen, Entzündungen |
Wichtig zu wissen: Besenreiser können ein Warnsignal für eine beginnende Venenschwäche sein und sich im Laufe der Zeit zu Krampfadern entwickeln. Deshalb ist es sinnvoll, Veränderungen ernst zu nehmen und bei Bedarf eine medizinische Abklärung vornehmen zu lassen. Einen ausführlichen Vergleich findest du in unserem Beitrag Besenreiser vs. Krampfadern.
Ursachen von Besenreisern: Warum entstehen sie?
Besenreiser entstehen durch mehrere Faktoren, die häufig zusammenspielen:
Genetische Veranlagung
Eine der Hauptursachen für Besenreiser ist die genetische Prädisposition. Wenn in deiner Familie bereits Fälle von Besenreisern, Krampfadern oder anderen venösen Erkrankungen bekannt sind, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch du betroffen sein wirst. Dies liegt an einer ererbten Schwäche des Bindegewebes oder der Venenwände, die die Elastizität und Stabilität der Gefäße beeinträchtigt.
Hormonelle Veränderungen
Hormone spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Besenreisern, insbesondere bei Frauen. Östrogene können die Venenwände entspannen und so deren Dehnbarkeit erhöhen, was das Risiko für Besenreiser steigert. Typische Lebensphasen, in denen hormonelle Schwankungen eine Rolle spielen, sind:
- Schwangerschaft: Der erhöhte Blutfluss und der Druck des wachsenden Uterus auf die Beckenvenen, kombiniert mit hormonellen Veränderungen, können die Entstehung von Besenreisern fördern.
- Einnahme der Pille: Orale Kontrazeptiva, die Hormone enthalten, können ähnliche Auswirkungen auf die Venen haben.
- Wechseljahre: Auch in den Wechseljahren führen hormonelle Umstellungen oft zu einer Zunahme von Besenreisern.
Lebensstil
Der persönliche Lebensstil hat einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit der Venen:
- Bewegungsmangel: Langes Sitzen oder Stehen behindert den natürlichen Blutfluss in den Beinen. Die Muskelpumpe, die das Blut zum Herzen zurückführt, wird nicht ausreichend aktiviert, was zu einem Blutstau in den Venen führen kann. Regelmäßige Bewegung hingegen fördert die Durchblutung und stärkt die Venen.
- Rauchen: Nikotin schädigt die Blutgefäße und beeinträchtigt deren Elastizität. Es verengt die Arterien und fördert die Bildung von Ablagerungen, was die Durchblutung zusätzlich erschwert.
- Übergewicht: Übergewicht erhöht den Druck auf die Venen in den Beinen, was die Venenklappen zusätzlich belasten und die Entstehung von Besenreisern und Krampfadern begünstigen kann.
Alter
Mit zunehmendem Alter verlieren die Blutgefäße, wie alle anderen Gewebe im Körper, an Elastizität und Festigkeit. Die Venenwände werden schwächer, und die Venenklappen, die den Rückfluss des Blutes verhindern sollen, können ihre Funktion nicht mehr so effektiv erfüllen. Dies führt dazu, dass sich das Blut leichter in den oberflächlichen Venen staut und Besenreiser sichtbarer werden.
Das Zusammenspiel dieser Faktoren ist komplex. Oft sind es mehrere Ursachen, die gemeinsam zur Entstehung von Besenreisern führen. Eine gesunde Lebensweise und gegebenenfalls medizinische Beratung können helfen, das Risiko zu minimieren und die Beschwerden zu lindern.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Wenn du unsicher bist, ob deine Besenreiser harmlos sind oder eine beginnende Venenschwäche dahinter steckt, solltest du einen Venenspezialisten (Phlebologen) aufsuchen. Die Diagnose erfolgt meist durch:
- Körperliche Untersuchung: Sichtprüfung und Abtasten der betroffenen Venen.
- Ultraschall (Duplexsonografie): Diese Methode zeigt, wie das Blut durch die Venen fließt und ob die Venenklappen noch richtig schließen.
- Einschätzung von Risikofaktoren: Familiengeschichte, Lebensgewohnheiten und Beschwerden werden erfasst.
Die Diagnose hilft, die richtige Behandlung einzuleiten und Folgeerkrankungen zu verhindern.
Folgen, wenn Besenreiser unbehandelt bleiben
Besenreiser an sich sind selten gefährlich. Doch wenn du nichts unternimmst, können sie zu ersten Symptomen einer ernsthaften Venenerkrankung führen:
- Schwere, müde Beine
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Hautveränderungen, z. B. Verfärbungen und Verdickungen
- Entstehung von Krampfadern
- Chronische Veneninsuffizienz (CVI)
- Im schlimmsten Fall: offenes Bein (Ulcus cruris)
Je früher du tätig wirst, desto besser kannst du Komplikationen verhindern.
Behandlungsmöglichkeiten bei Besenreisern
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vom Ausmaß der Besenreiser und deinen persönlichen Wünschen ab.
Medizinische und kosmetische Verfahren:
- Sklerotherapie (Verödung): Bei dieser häufigen Methode wird ein Medikament in die Besenreiser injiziert, das die Gefäße verschließt und sie nach einiger Zeit verblassen lässt.
- Lasertherapie: Besonders schonend und gut geeignet für sehr kleine Gefäße. Laserlicht bewirkt eine Verödung von innen.
- Radiofrequenztherapie: Wärmetherapie, die betroffene Gefäße verschließt.
Unterstützende Maßnahmen:
- Kompressionsstrümpfe: Sie verbessern den Rückfluss des Blutes und entspannen die Venen.
- Medizinische Abklärung vor kosmetischer Behandlung: Wichtig, um zugrundeliegende Ursachen zu erkennen.
Hausmittel und Alltagstipps zur Unterstützung der Venengesundheit
Schon mit einfachen Veränderungen kannst du viel bewirken:
- Regelmäßige Bewegung: Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen oder gezielte Venengymnastik fördern die Durchblutung.
- Beine hochlagern: Unterstützt den Blutfluss zurück zum Herzen und entlastet die Venen.
- Wechselduschen und Kneipp-Anwendungen: Wechsel zwischen warmem und kaltem Wasser regt die Gefäße an.
- Gesunde Ernährung: Viel Wasser trinken, ballaststoffreiche Nahrung mit Obst und Gemüse, reduziert das Risiko von Übergewicht.
- Rauchstopp: Rauchen verschlechtert die Gefäßgesundheit.
- Gewichtsreduktion: Hilft, den Druck auf die Beinvenen zu verringern.
So kannst du Besenreiser vorbeugen
Du kannst das Risiko, Besenreiser zu bekommen oder zu verschlimmern, durch eine bewusste Lebensführung senken:
- Bewegung trotz Bürojob: Mache bewusst kleine Pausen, gehe kurz umher, dehne deine Beine.
- Kompressionsstrümpfe tragen: Besonders sinnvoll auf Reisen, bei langem Stehen oder während der Schwangerschaft.
- Überhitzung vermeiden: Saunen, heiße Bäder und intensive Sonneneinstrahlung können die Venenprobleme verschlechtern.
Die größten Mythen über Besenreiser
- „Nur ältere Menschen bekommen Besenreiser." Falsch! Auch junge Frauen sind oft betroffen, vor allem wegen hormoneller Veränderungen.
- „Mit Cremes kann man Besenreiser wegzaubern." Falsch! Cremes verbessern das Hautbild, können aber keine Venen entfernen.
- „Wenn man Besenreiser hat, kann man nichts dagegen tun." Das stimmt nicht. Bewegung, medizinische Therapien und Prävention können viel bewirken.
Häufige Fragen zu Besenreisern (FAQ)
Sind Besenreiser gefährlich? In den meisten Fällen nein, aber sie können auf eine sich anbahnende Venenschwäche hinweisen.
Kann man Besenreiser vollständig entfernen? Ja, mit Sklerotherapie oder Laserbehandlung können die sichtbaren Gefäße weitgehend beseitigt werden.
Zahlt die Krankenkasse die Behandlung? Meist nicht, da Besenreiser als kosmetisches Problem gelten. Ausnahme sind Behandlungen bei ausgeprägten Beschwerden oder medizinischer Notwendigkeit.
Fazit
Besenreiser sind nicht nur ein kosmetisches Thema – sie können ein wichtiges Frühwarnsignal für Venenerkrankungen sein. Wer frühzeitig handelt, schützt seine Venen und beugt ernsten Folgeerkrankungen wie Krampfadern oder chronischer Veneninsuffizienz vor.
Fange am besten heute noch mit kleinen Veränderungen im Alltag an – deine Beine werden es dir danken!
Dein nächster Schritt
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Haftungsausschluss
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Die Inhalte wurden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Inhalte sorgfältig recherchiert von der Levana-Redaktion, mit Begleitung durch unseren Beirat aus Fachpersonen für Bewegung, Ernährung und Beingesundheit. Mehr zum Beirat.
